Tiefkühllogistik mit steigendem Bedarf

Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mbH (FBG) schafft mit Bedarfsstudie Entscheidungsgrundlage für nachhaltiges Flächenmanagement

Der Bedarf an Tiefkühlkapazitäten in Bremerhaven wird in den kommenden Jahren weiterwachsen. Zudem werden in vielen der vorhandenen Kühlhäuser Investitionen unter anderem in eine klimafreundliche und kosteneffiziente Energieversorgung erforderlich. Das zeigt der erste Abschnitt einer von der FBG in Auftrag gegebenen „Kühlhausstudie“. „Angesichts der dynamischen Entwicklung im TK-Bereich wird die im engen Austausch mit den Unternehmen der Region erstellte Studie eine verlässliche Basis für das Flächenmanagement der sich verknappenden Grundstücke sein“, betont FBG-Geschäftsführerin Petra Neykov.

Tiefkühlerzeugnisse gehören mit einem Anteil von rund 50 Prozent zu den wichtigsten Produkten der Lebensmittelindustrie im Fischereihafen. Entsprechend groß ist die Bedeutung der in Bremerhaven von Produktionsunternehmen und Logistik-Dienstleistern betriebenen Kühlhäuser. Der Studie zufolge reicht die vorhandene Gesamtkapazität von derzeit 112.450 Europaletten-Stellplätzen (EPS) aktuell für die Nachfrage aus der produzierenden Industrie sowie von Importeuren und Großhändlern aus.

Damit hat sich das Angebot wieder auf einem hohen Niveau stabilisiert. Bis Ende 2025 waren nach der Schließung mehrerer Kühlhäuser im Fischerei- und im Überseehafen zeitweise nur 97.450 EPS verfügbar. Derzeit gibt es lt. Studie in Bremerhaven sechs kleinere Kühlhäuser mit einer Kapazität von 1000 bis 9000 EPS. Drei Häuser verfügen über 10.000 bis 24.000 Stellplätze. Zwei Anlagen gelten mit einer Kapazität von mehr als 25.000 EPS als groß. Sechs der Kühlhäuser werden von Lebensmittel-Herstellern direkt betrieben; die übrigen fünf gehören Logistikdienstleistern.

Lebensmittel-Hersteller und Logistikdienstleister in Bremerhaven erwarten mittelfristig in bis zu fünf Jahren ein Bedarfsplus um gut 8300 Stellplätze auf 120.800 EPS. Für die dann folgenden sechs bis 10 Jahre prognostiziert die Wirtschaft sogar maximal eine um rund 48.000 EPS auf 160.800 Stellplätze wachsende Nachfrage. Basis der Zahlen sind Interviews mit allen Betreibern von Kühlhäusern mit einer Kapazität von mehr als 1000 EPS in der Region. Lediglich der Betreiber eines kleineren Lagerhauses nahm an der Studie nicht teil.

Bereitschaft zu Investitionen

In den Gesprächen signalisierten die Firmen die Bereitschaft in die bestehenden Tiefkühlhäuser und deren Energieversorgung zu investieren. Fast die Hälfte der Häuser ist mehr als 35 Jahre alt. Nahezu alle Interviewpartner hoben die Notwendigkeit und den Nutzen hervor, die Tiefkühlhäuser künftig mit erneuerbarer Energie zu betreiben.

„Die Studie hat neben der großen Bedeutung der Tiefkühlhäuser für Bremerhaven auch die Dynamik dieses Themas offenbart“, sagt Sebastian Gregorius von der FBG. Nach den Marktveränderungen in den vergangenen Jahren durch die Schließung von Kühlhäusern, habe Bremerhaven wieder ein stabiles und marktgerechtes Angebot erreicht. Ausdrücklich würdigte die FBG die Bereitschaft vieler Unternehmen, die CO2-Emissionen zu verringern. Dies entspricht auch den Zielen der Klimakooperation Fischereihafen (CCF).

Die „Kühlhausstudie“ ist Teil der vorausschauenden FBG-Planung für die Entwicklung des Fischereihafens. Einerseits hat die hohe Attraktivität des Gewerbegebietes dazu geführt, dass verfügbare Flächen, insbesondere in der Nähe des Kernbereiches, immer knapper werden. Andererseits will die FBG den Produktionsbetrieben und den gewerblichen Tiefkühllagern ausreichende Flächen zur Optimierung und Erweiterung anbieten. „Auch angesichts der erforderlichen Investitionen in eine klimafreundliche Energieversorgung gibt die Studie allen Beteiligten eine verbesserte Planungssicherheit“, sagt Petra Neykov.

Im nächsten Schritt will die FBG validieren, wie stabil der jetzt aufgezeigte Kapazitätstrend ist. „Sowohl die Unternehmen als auch wir selbst benötigen Planungssicherheit“, betont Petra Neykov.

Die aus Mitteln der Europäischen Union des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) finanzierte Studie wird deshalb in zwei weiteren Befragungsrunden fortgesetzt.

 

Die Tiefkühlstudie wird gefördert vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds der Europäischen Union (EMFAF).

EU-Logo mit dem Hinweis Konfinanziert von der Europäischen Union.
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