AWI schafft Raum für innovative Ideen rund um Fischzucht und Aquakultur
In die ehemalige Fischauktionshalle X im Bremerhavener Fischereihafen zieht wieder Leben ein. Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), will dort Raum für wissenschaftlich begleitete Praxisversuche von Start-ups sowie etablierten Unternehmen aus der maritimen Bio-Ökonomie schaffen. Das Ocean Solutions Innovation Hub soll im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen. Derzeit richtet die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) die Abteilung 9 der traditionsreichen Halle für die künftige Nutzung her. „Das AWI-Projekt passt perfekt zu unserem Ziel, mit einer neuen Nutzung der Halle X Impulse für die weitere Entwicklung der Fisch- und Lebensmittelwirtschaft zu geben“, sagt FBG-Geschäftsführerin Petra Neykov.
Mit den geplanten Aktivitäten in der Abteilung 9 der Halle X will das AWI an seine bisherige Forschungsarbeit rund um die Themen Fischzucht und Aquakultur anknüpfen. In dem zweigeschossigen Gebäudeteil an der Ostseite der früheren Fischauktionshalle sollen neben der Umsetzung eigener Projekte auch unternehmerische Ausgründungen aus dem Institut und weitere Start-ups die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen zum Beispiel zur Aufzucht und Nutzung von Mikroalgen für Fischfutter in der Praxis zu erproben und zu optimieren. „Mit solchen Projekten möchte das AWI dazu beitragen, dass die Ergebnisse unserer Grundlagenforschung über den Wissensgewinn für konkrete innovative Produkte oder Verfahren genutzt werden können“, erläutert Dr. Matthew Slater, Leiter der AWI-Forschungsgruppe Aquakulturforschung.
Auf die Möglichkeiten der Halle X war das AWI durch die Vermarktungsbemühungen der FBG für derzeit ungenutzte Abteilungen in dem größten Gebäude des Fischereihafens aufmerksam geworden. „Die Abteilung 9 war vorher bereits von einem Unternehmen in der Lebensmittelproduktion genutzt worden und verfügt deshalb über gute Voraussetzungen für unser Vorhaben“, ist AWI-Projektleiter Gregor Jähne überzeugt. Ziel ist es, Start-ups dort Raum und Infrastruktur für praktische Arbeiten und Langzeitversuche zu bieten.
Die FBG wird die Räumlichkeiten jetzt so weit herrichten, dass das AWI dort die für die künftigen Nutzer notwendigen Geräte und Einrichtungen installieren kann. „Das AWI bringt mit dem Ocean Solutions Innovation Hub ein Projekt in die Halle X, das einen starken Bezug zu einer der Kernbranchen des Fischereihafens hat“, freut sich Tim Pohlenz, der in der FBG den Bereich Immobilien und Infrastruktur verantwortet. Die Halle X wurde jahrzehntelang für die Fischverarbeitung genutzt und war mit einer Länge von knapp 400 Metern auch als größtes Gebäude des Fischereihafens prägend für das Gewerbegebiet. Bis Ende der 1990er Jahre wurden in einem Anbau der kombinierten Auktions- und Packhalle X die traditionseichen Fischauktionen durchgeführt. Die FBG will das historische Bauwerk der Packhalle Schritt für Schritt sanieren und als Standort für Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen nutzen.
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